Wenn der Kabelbaum-Lieferant ausfรคllt:
Warum Second-Source-Strategien im Einkauf immer wichtiger werden!

Welche Folgen hat es, wenn ein wichtiger Lieferant plรถtzlich nicht mehr liefern kann? Fรผr Hersteller von Elektrowerkzeugen, Haushaltsgerรคten, Schaltschrรคnken oder sonstigen industriellen Anwendungen kann aus einem Lieferproblem schnell ein Produktionsrisiko werden. Eine strategisch aufgebaute Second Source schafft zusรคtzliche Sicherheit โ€“ und sollte idealerweise bereits vorbereitet werden, bevor der Ernstfall eintritt.

Wenn aus einem Lieferantenproblem ein Produktionsproblem wird

Ein Kabelbaum ist in den meisten Fรคllen lediglich eine kleine Komponente eines komplexen Produkts. Fรผr die Montage und die Funktionalitรคt kann er trotzdem unverzichtbar sein. Fehlt der passende Kabelbaum, kann das Endprodukt nicht fertiggestellt werden โ€“ unabhรคngig davon, ob alle anderen Komponenten verfรผgbar sind.

Besonders kritisch wird es, wenn ein Unternehmen bei bestimmten Kabelbรคumen ausschlieรŸlich auf einen einzigen Lieferanten angewiesen ist.

Genau diese Situation erleben Unternehmen derzeit immer wieder: Lieferzeiten verlรคngern sich, Kapazitรคten reichen nicht mehr aus oder ein Lieferant fรคllt aufgrund wirtschaftlicher Schieflage sogar vollstรคndig aus.

Fรผr den Einkauf stellt sich dann eine entscheidende Frage:

Wie schnell kรถnnen wir einen qualifizierten alternativen Lieferanten aufbauen?

Wie relevant dieses Thema ist, zeigt ein aktuelles Projekt bei ARCUS. Ein bestehender Kunde hat uns kurzfristig mit der Bemusterung von 11 unterschiedlichen Kabelbรคumen fรผr den Einsatz in Elektrowerkzeugen beauftragt. Der Hintergrund: Der bisherige Lieferant des Kunden musste Insolvenz anmelden.

Fรผr den Kunden bedeutet das nicht, dass von heute auf morgen sรคmtliche Produkte umgestellt werden mรผssen. Vielmehr wird die Situation genutzt, um vorsorglich alternative Lieferanten zu qualifizieren und damit die eigene Lieferkette abzusichern.

Fรผr ARCUS bedeutet das konkret: Wir prรผfen die verschiedenen Zeichnungen und Stรผcklisten der Kabelbรคume, fertigen Muster und begleiten die technische Qualifizierung. Damit entsteht fรผr unseren Kunden eine zusรคtzliche Option fรผr die zukรผnftige Versorgung.

Das Beispiel zeigt eine wichtige Entwicklung im strategischen Einkauf:
Lieferantenqualifizierung beginnt zunehmend nicht erst beim Lieferausfall, sondern bereits bei der Vorbereitung auf mรถgliche Risiken.

Second Source: Versicherung fรผr die eigene Lieferkette

Eine Second-Source-Strategie bedeutet nicht zwangslรคufig, den bisherigen Lieferanten vollstรคndig zu ersetzen. Vielmehr wird eine weitere, zusรคtzliche Bezugsquelle aufgebaut.

Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn:

  • ein Lieferant seine Kapazitรคtsgrenzen erreicht
  • Lieferzeiten nicht mehr zuverlรคssig eingehalten werden
  • sich die wirtschaftliche Situation eines Lieferanten verschlechtert
  • internationale Transportwege unsicher werden
  • geopolitische Risiken zunehmen
  • oder die eigene Produktion stรคrker wรคchst als ursprรผnglich geplant

Gerade bei Produkten mit langfristigen Serienlaufzeiten kann eine zweite Bezugsquelle deshalb eine wichtige Absicherung darstellen.

Internationale Lieferketten brauchen Alternativen

Die globale Beschaffung bietet Unternehmen viele Vorteile. Gleichzeitig kรถnnen Abhรคngigkeiten von einzelnen Lieferanten, Regionen oder Transportwegen zu einem Risiko werden. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell sich Lieferketten verรคndern kรถnnen bzw. mรผssen. Eine Pandemie, geopolitische Konflikte, Rohstoffengpรคsse und Stรถrungen wichtiger Transportwege haben die Bedeutung einer robusten Supply Chain deutlich erhรถht.

Auch Entwicklungen rund um internationale Handelsrouten โ€“ beispielsweise im Umfeld des Roten Meeres oder der StraรŸe von Hormus โ€“ zeigen, dass Transport- und Beschaffungsrisiken nicht immer vorhersehbar sind.

Die Frage lautet daher nicht nur:

โ€žWo kรถnnen wir unseren Kabelbaum am gรผnstigsten einkaufen?โ€œ

Sondern zunehmend:

โ€žWelche Alternativen haben wir, wenn unsere bisherige Bezugsquelle ausfรคllt?โ€œ

Was sollte ein Einkรคufer bei einem alternativen Lieferanten prรผfen?

Ein potenzieller Second-Source-Lieferant muss mehr kรถnnen, als kurzfristig ein Angebot abzugeben. Vor einer Freigabe sollten unter anderem folgende Punkte betrachtet werden:

โ†’ Technische Kompetenz
Kann der Lieferant die vorhandenen Kabelbรคume anhand von Zeichnungen, Stรผcklisten oder Mustern sicher mit der bereits vorhandenen Infrastruktur fertigen?

โ†’ Bemusterung
Wie schnell kรถnnen Erstmuster hergestellt, geprรผft und die notwendigen Bemusterungsunterlagen erstellt werden?

โ†’ Serienfรคhigkeit
Kann der Lieferant die erforderlichen Stรผckzahlen auch langfristig abbilden?

โ†’ Prozesssicherheit
Sind Fertigungs- und Prรผfprozesse so aufgebaut, dass reproduzierbare Qualitรคt gewรคhrleistet ist?

โ†’ Kapazitรคt
Kann der Lieferant bei steigenden Stรผckzahlen oder kurzfristigen Bedarfsรคnderungen schnell reagieren?

โ†’ Lieferkette
Wie werden die benรถtigten Rohmaterialien beschafft und abgesichert?

โ†’ Kommunikation
Wie schnell und direkt kรถnnen technische oder kaufmรคnnische Fragen besprochen und geklรคrt werden?

Gerade bei einem ungeplanten Lieferantenwechsel kann diese Kombination aus technischer Kompetenz, Flexibilitรคt und Serienfรคhigkeit entscheidend sein.

Warum eine zweite Bezugsquelle besser frรผh als spรคt aufgebaut wird

Wenn ein Lieferant bereits ausgefallen ist, beginnt die Suche nach einer Alternative unter erheblichem Zeitdruck. Technische Unterlagen mรผssen geprรผft, Erstmuster gefertigt, Rohmaterialien beschafft und Prozesse bemustert werden. AnschlieรŸend muss der neue Lieferant fรผr die Serie qualifiziert werden.

Wer dagegen bereits im Vorfeld einen alternativen Experten fรผr die Kabelkonfektion identifiziert und erste Produkte bemustert hat, verschafft sich wertvolle Zeit. Deshalb kann es sinnvoll sein, besonders kritische oder wichtige Kabelbรคume regelmรครŸig darauf zu รผberprรผfen:

Was wรผrde passieren, wenn unser aktueller Lieferant morgen nicht mehr liefern kรถnnte? Wie lange wรผrde es dauern, einen alternativen Lieferanten zu qualifizieren?

Produktion Absprache Team

Kabelkonfektion in Europa als Bestandteil einer resilienten Supply Chain

Fรผr Unternehmen, die bisher รผberwiegend international beschaffen, kann ein zusรคtzlicher Lieferant in Deutschland bzw. in Europa eine interessante Mรถglichkeit sein, die eigene Supply Chain diversifizierter und solider aufzustellen.

Die Kabelkonfektion in Deutschland muss dabei nicht zwangslรคufig den bisherigen Lieferanten ersetzen. Sie kann vielmehr als zusรคtzliche Bezugsquelle dienen โ€“ beispielsweise fรผr besonders kritische Produkte, als Ergรคnzung bei Kapazitรคtsengpรคssen oder als vorbereitete Second Source.

Vorsorge statt Feuerwehr

Das Beispiel unseres Kunden mit den 11 Kabelbรคumen zeigt: Der potenzielle Ausfall eines wichtigen Lieferanten kann Unternehmen unmittelbar dazu bewegen, ihre Beschaffungsstrategie neu zu bewerten. Die entscheidende Erkenntnis ist dabei nicht, dass ein Lieferant kurzfristig ausfallen kann. Dessen ist sich jeder Einkรคufer bewusst. Entscheidend ist vielmehr die Frage:

Wie gut sind wir auf dieses Szenario vorbereitet?

Ein Lieferantenproblem kommt selten zum passenden Zeitpunkt. Eine frรผhzeitig qualifizierte Second Source gibt Ihnen deshalb Sicherheit und schafft wertvollen Handlungsspielraum. Technische Anforderungen kรถnnen in Ruhe geprรผft, Erstmuster gefertigt und Prozesse aufgebaut werden โ€“ lange bevor aus einem Lieferantenengpass ein Produktionsstillstand wird.

Die ARCUS components GmbH - Ihr zusรคtzlicher Lieferant fรผr Kabelkonfektion

Wir unterstรผtzen Unternehmen bei der Fertigung individueller Kabelbรคume und Kabelsรคtze โ€“ von der Bemusterung bis zur Serienfertigung. Unsere Erfahrung reicht dabei unter anderem von Anwendungen in Elektrowerkzeugen, Haushaltsgerรคten, Schaltschrankbau, Robotik, Armaturen, Steuerungen und Stellantrieben.

Sie mรถchten Ihre Lieferkette absichern oder einen zusรคtzlichen Hersteller fรผr Ihre Kabelbaumkonfektion qualifizieren? Dann warten Sie nicht, bis Ihr bestehender Lieferant ausfรคllt.

Lassen Sie uns Ihr Projekt gemeinsam prรผfen!

Senden Sie uns gerne Zeichnungen, Stรผcklisten oder vorhandene Muster zu. Wir erstellen Ihnen ein unverbindliches Angebot und prรผfen gemeinsam mit Ihnen die technische Machbarkeit sowie die Mรถglichkeiten fรผr eine Bemusterung und anschlieรŸende Serienfertigung.

Denn die beste Alternative ist die, die bereits vorbereitet ist, bevor man sie dringend braucht.
Sprechen Sie uns gerne an - wir freuen uns auf Ihr Projekt!

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